Tot oder nicht tot? Das ist die Frage

Beantwortet wird sie von der Lindauer Jungautorin Lena M. Grimm in ihrem ersten Kriminalroman

Ein Dorf in der Nähe Londons am Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Mordermittler Jonathan Clarkson hat sich hier niedergelassen, um sich von einer persönlichen Tragödie zu erholen. Doch unversehens sieht er sich dem ungewöhnlichsten Kriminalfall seiner Karriere gegenüber. Ein junges Mädchen aus gutem Hause liegt scheinbar tot in seinem Bett, getötet durch Fremdeinwirkung, doch wie sich später herausstellt, ist Lady Julia Berrington nicht tot, sondern gefangen in einem tiefen Koma. Was bleibt, ist die Frage: Wer hat die junge Frau in diesen Zustand versetzt und wieso?

Unter diesen Voraussetzungen schaltet sich Inspector Clarkson in den Fall ein. Akribisch ermittelt er in alle Richtungen, geht jeder Spur nach und taucht in düstere Familiengeschichten und Geheimnisse ein. Schritt für Schritt nähert er sich der Wahrheit und präsentiert schließlich den überraschenden „Mörder“, der eigentlich keiner ist, bevor zu guter Letzt das vermeintliche Todesopfer sein ganz persönliches Happy End bekommt.

Das ist zugleich das Ungewöhnlichste an diesem Kriminalroman: Das tote Opfer ist nicht tot. Und lange ist nicht klar, wie das überhaupt möglich ist. Ist dieses Ergebnis vielleicht sogar Absicht?

Im England des frühen 20. Jahrhunderts sind sowohl die gesellschaftlichen Strukturen als auch die zur Verfügung stehenden Ermittlungsmethoden völlig andere als die heutzutage gängigen. Die Kulisse, die Lena M. Grimm für ihren Nicht-tot-Mord gewählt hat, unterstreicht die Außergewöhnlichkeit des Kriminalfalles und entführt den Leser buchstäblich in eine andere Welt.

Auch der Protagonist des Buches, Inspector Jonathan Clarkson, wird von der Jungautorin aus Lindau als besonderer Charakter gezeichnet. Ausgestattet mit einer tragischen Lebensgeschichte, persönlichen Ängsten und Unsicherheiten, kann sich der Leser mit dem Ermittler identifizieren und lässt sich von ihm durch die Wirren des komplexen Falles lotsen.

Entstanden ist die Idee zu diesem ungewöhnlichen Buch, als es Lena M. Grimm gesundheitlich sehr schlecht ging und sie in ihren eigenen vier Wänden festsaß. Nach einem Traum von einem Krimi, in dem das Opfer noch lebte, entschied sich die Autorin, jenem Gedanken nachzugehen, und begann zu schreiben. Herausgekommen ist ein Buch, das jedem Leser etwas bietet: Spannung, Rätsel und überraschende Wendungen. Und auch der Humor findet seinen Platz. Ein spezieller Kriminalfall, eingebettet in eine ungewöhnliche Kulisse – und sogar mit Happy End. Lesen lohnt sich!

Bibliografische Angaben:
Lena M. Grimm
Der Nicht-tot-Mord – Eine Kriminalgeschichte
ISBN: 978-3-86196-727-9
Taschenbuch, 134 Seiten, 10,30 Euro